3. Ulmer Konzert - DIALOGE MIT DER VERGANGENHEIT

Do 19.01.23, 19.30 Uhr

Kornhaus Ulm
Kornhaussaal

 

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Igor Strawinsky
Apollon musagète

Joseph Haydn
Violinkonzert A-Dur Hob.VIIA:3

Peter I. Tschaikowsky
Streichquartett es-Moll op. 30 (Fassung für Streichorchester)

 

Antje Weithaas Violine & Leitung
Württembergisches Kammerorchester Heilbronn

 

 

Bei Antje Weithaas, so lobt Spiegel Online, spüre man »als Hörer buchstäblich nichts von den technischen Hürden, alles ist Glanz«. Ob als Solistin, Orchesterleiterin oder Violinprofessorin an der Berliner Hochschule für Musik Hanns Eisler: Bewusst setzt sich die international angesehene Musikerin auch für das weniger geläufige Repertoire ein – wie etwa die Violinkonzerte Joseph Haydns. Deren kompositorische Qualität ist über jeden Zweifel erhaben. Das A-Dur-Konzert spiegelt den spannenden stilistischen Übergang wider von spätbarocken Formen hin zu dem, was heutzutage als Wiener Klassik bezeichnet wird. Eine starke Affinität zu musikalischen Strukturen des frühen 18. Jahrhunderts offenbarte zwei Jahrhunderte später Igor Strawinsky. Dies, sowie sein Interesse an Literatur und mythologischen Stoffen, flossen ein in sein 1928 abgeschlossenes, neoklassizistisches Ballett »Apollon musagète«. Adressat war George Balanchine, einer der prägendsten Choreografen seiner Zeit. Musikalisch handelt es sich eher um ein Ballett-Konzert, bei dem sich das Streichorchester im beständigen Dialog mit der Solovioline befindet. Von ganz anderem Charakter, eher melancholisch und zuweilen düster, klingt das dritte und letzte Streichquartett es-Moll op. 30 des von Strawinsky sehr bewunderten Peter Tschaikowsky. Dieser schrieb das Quartett in einer Zeit zunehmender finanzieller Bedrängnis. Von den kommerziellen Verwertungen für das endzeitliche Videospiel »The Last of Us« in 2013 war da noch lange nichts zu erahnen.

 

Antje Weithaas

Energiegeladen durchdringt Antje Weithaas mit ihrer musikalischen Intelligenz und ihrer beispiellosen technischen Souveränität jedes Detail im Notentext. Ihre Bühnenpräsenz fesselt, ohne sich je vor das Werk zu drängen. Neben den großen Konzerten Mozarts, Beethovens und Schumanns und neuen Werken wie Jörg Widmanns Violinkonzert beinhaltet ihr weitgefächertes Konzertrepertoire auch Klassiker der Moderne wie Schostakowitsch, Prokofjew und Gubaidulina sowie selten gespielte Violinkonzerte wie die von Hartmann und Schoeck. Als Solistin arbeitet sie mit den großen deutschen Radio-Orchestern sowie internationalen Spitzenorchestern. Zu ihren Partnern am Dirigentenpult zählten dabei Künstler wie Vladimir Ashkenazy, Sir Neville Marriner und Marc Albrecht. Ihre ansteckende Begeisterungsfähigkeit macht Antje Weithaas auch zu einer gefragten Leiterin bei play-conduct-Projekten internationaler Kammerorchester. 2019 erschienen eine Einspielung des Violinkonzerts von Robert Schumann und des Doppelkonzerts von Johannes Brahms mit der NDR Radiophilharmonie, dem Cellisten Maximilian Hornung und dem Dirigenten Andrew Manze, die mit dem „Concerto“ Award des BBC Music Magazine ausgezeichnet wurde sowie eine Aufnahme des Violinkonzerts und der Konzert-Rhapsodie von Khachaturian mit dem Staatsorchester Rheinische Philharmonie und dem Dirigenten Daniel Raiskin. Einige Jahre lehrte sie als Professorin an der Berliner Universität der Künste; 2004 wechselte sie an die Hochschule für Musik Hanns Eisler.

 

 

 

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