So 07.11.21, 19.30 Uhr

Großes Haus Theater Heilbronn

 

 

Benefiz-Veranstaltung des Theaters Heilbronn zum Abschluss des bundesweiten Theaterprojekts »Kein Schlussstrich!«


Dotschy Reinhardt & Band Jazz
Sulaiman Masomi Poetry Slam
Ivan Tumanov Altsaxophon
Vasyl Riabitskyi Klarinette
Württembergisches Kammerorchester Heilbronn
Big-Band-Besetzung des Landespolizeiorchesters Baden-Württemberg
Stefan Halder Leitung LPO
Christian Dellacher musikalische Leitung
Dr. Mirjam Meuser, Dr. Barbara Volkwein und Rainer Neumann Dramaturgie

 

November 2011, der Freitod zweier junger Männer erschütterte die Republik. War er doch verbunden mit der Aufdeckung der größten rechtsextremen Verbrechensserie in der deutschen Nachkriegsgeschichte, den Morden des Nationalsozialistischen Untergrundes, kurz NSU. Quer durch die Republik mussten zehn Menschen, überwiegend mit Migrationshintergrund, sterben. Eines der Opfer: die 22jährige Polizistin Michèle Kiesewetter, erschossen auf der Heilbronner Theresienwiese.

Zehn Jahre später haben sich Kunst- und Kulturschaffende aus 15 Städten zum bundesweiten Theaterprojekt »Kein Schlussstrich!« zusammengeschlossen. Auch das Theater Heilbronn ist dabei: Unter seiner Federführung macht sich eine bunte Musikerschar auf zu einem Rundgang über »eine musikalisch-literarische Festwiese«, und mittendrin das WKO.

Ausgangspunkt bildet das imaginäre bunte Treiben auf der Theresienwiese. Dort treffen sich Menschen jeglichen Alters und jedweder gesellschaftlicher und ethnischer Herkunft zum fröhlichen Miteinander. Getreu dem Motto »Auf dem Karussell fahren alle gleich schnell« sind alle Unterschiede für einen Moment aufgehoben, wird das vermeintlich Unvereinbare miteinander vereint. Das versinnbildlicht auch das musikalische Programm: Puccini und Gershwin treffen auf die Worte von Sulaiman, den Rapper und Bühnenpoeten, Dvorak auf die jazzigen Klänge von Dotschy Reinhardt. Rimsky-Korsakov und Sting, Piazzolla und Milhaud sind ebenfalls mit von der musikalischen Partie. Auf sinnlich-assoziative Weise findet dabei nicht nur das Gedenken an die Ermordeten seinen Platz, sondern das multi-musikalische Treiben erscheint auch als ein symbolisches Plädoyer: für das Ende von xenophober Ausgrenzung und strukturellem Rassismus, kurz: für eine gesellschaftliche Utopie einer umfassenden gegenseitigen Akzeptanz.

Sulaiman Masomi

Der studierte Literaturwissenschaftler und Bühnenpoet arbeitet und lebt irgendwo zwischen Kabul, Köln und Krefeld. Dort wuchs er auf nach der Flucht seiner Familie vor Krieg und Terror in Afghanistan. Er schreibt, seit er 12 Jahre alt ist. Nach ersten Erfolgen bei Poetry Slams hat Sulaiman mittlerweile mehr als 1000 Auftritte im gesamten deutschsprachige Raum absolviert, war für das Goethe-Institut u.a. in Kairo, Mexiko-City, San Francisco, Riga und Jerusalem unterwegs. Sulaiman ist überdies Rapper und Jury-Mitglied der Berliner Festspiele für das »Treffen der jungen Autor*innen«.

Dotschy Reinhardt

Die Musikerin, Autorin und Menschenrechts-Aktivistin Dotschy Reinhardt entstammt der weitverzweigten Familie des legendären Jazz- Gitarristen Django Reinhardt. Ihre Musik fusioniert traditionellen Jazz, den lebhaften Gipsy-Swing im Stil des Hot Club de France, Bossa-Einflüsse und auch Elemente der populären Singer-Songwriter-Bewegung. Dotschy Reinhardt ist eine deutsche Sinteza, also eine Angehörige des Volkes der Sinti. Heimat sucht Dotschys Familie nicht nur in einem Staat oder in einer Landschaft, sondern auch in der Welt der Musik, in der eigenen Überlieferung, in ihrer Sprache, ihrer reichen Kultur.

 

 

 

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