Veronika Eberle, Violine

Im Dialog mit Mendelssohn

Im Jahr 1831 belebt Fanny Hensel eine zuvor gemeinsam mit Felix gepflegte Tradition wieder: die sogenannten Sonntagsmusiken. Jeden zweiten Sonntag veranstaltet sie ein Privatkonzert im großen Mendelssohn’schen Wohnhaus, wo 1834 ihre Ouvertüre in der strahlenden Tonart C-Dur zur Uraufführung kommt. Als Dirigentin steht sie persönlich mit der gerade einmal zehn Jahre alten Erfindung eines modernen Taktstocks in der Hand vor dem Orchester.
Mehr als zehn Jahre später erklang das Violinkonzert e-Moll aus der Feder ihres Bruders erstmals in Leipzig vor Publikum. Sechs Jahre trug der rastlose Workaholic das Stück in Kopf und Herzen, das er seinem Freund, dem Geiger Ferdinand David widmen wollte. Heute lässt sich nichts mehr ahnen von der Anstrengung, die es ihn gekostet hatte, mit ganz sparsamen harmonischen Mitteln und einer beinahe mozartisch anmutenden filigranen und grazilen Orchestertechnik noch einmal den Geist der Klassik aufleben zu lassen. Den Abschluss bildet die Sinfonie Nr. 1 von Ferdinand Ries, einem heute zu Unrecht selten gespielten Zeitgenossen Beethovens. Seine Musik überrascht mit Energie, Witz und melodischem Einfallsreichtum.
Mit Veronika Eberle übernimmt eine gute Bekannte des Heilbronner Publikums den Solopart in ihrem persönlichen »prägnanten, geradezu gewagten Ton: ein großes Vergnügen angesichts der Ungewöhnlichkeit dieses oft gespielten Werks!« (Van Magazin). Ihr außergewöhnliches Talent und die Souveränität und Reife ihrer Musikalität werden von vielen der besten Orchester, Veranstaltungsorte und Festivals der Welt sowie von einigen der bedeutendsten Dirigenten geschätzt.

Veronika Eberle, Violine
Mario Venzago, Leitung
Württembergisches Kammerorchester
Heilbronn

FANNY HENSEL
Ouvertüre in C-Dur

FELIX MENDELSSOHNBARTHOLDY
Konzert für Violine & Orchester e-Moll op. 64

FERDINAND RIES
Sinfonie Nr. 1 D-Dur op. 23

ABO-KONZERT HEILBRONN #6
MI 24.02.27 | 19.30 Uhr
Heilbronn, Harmonie
Einführung 18.50 Uhr

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ABO-KONZERT ULM #4
DO 25.02.27 | 19.30 Uhr
Ulm, Kornhaus
Einführung 19 Uhr

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Veronika Eberle

Veronika Eberles außergewöhnliches Talent und die Reife ihrer Musikalität werden von vielen der weltweit besten Orchester, Konzerthäuser und Festivals sowie von einigen der renommiertesten Dirigentinnen und Dirigenten anerkannt.
In der Saison 2025-26 gab Veronika ihr Debüt in der Carnegie Hall im Rahmen einer Tournee durch Europa und die USA mit dem Chamber Orchestra of Europe und Yannick Nézet-Séguin. Weitere hochkarätige Debüts gibt sie beim Konzerthausorchester Berlin (Søndergård), bei Helsinki Philharmonic (Bihlmaier), beim Tokyo Metropolitan Symphony Orchestra (Storgårds), beim Hyogo PAC Orchestra (Ottensamer) und beim Royal Scottish National Orchestra (Widmann). Außerdem kehrt sie zurück zur Dresdner Philharmonie (Albrecht), zum BBC National Orchestra of Wales (Bloch), Gürzenich-Orchester (Bihlmaier) und Brussels Philharmonic (Ono).
Zu den jüngsten Höhepunkten zählen ihre US-Debüts mit New York Philharmonic (Canellakis), dem Boston Symphony Orchestra (Stutzmann) und dem Cleveland Orchestra (Popelka) sowie ihre Rückkehr zum LA Philharmonic (Rustioni), zum Orchestre Symphonique de Montréal (Nagano) und zum Budapest Festival Orchestra (Fischer).
Weitere wichtige Partner sind Orchester wie das London Symphony Orchestra, das Concertgebouworkest, die Münchner Philharmoniker, das Gewandhausorchester und das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin sowie Dirigenten wie Sir Simon Rattle, Bernard Haitink, Daniel Harding, Christian Thielemann, Lorenzo Viotti, Louis Langrée, Robin Ticciati, Paavo Järvi, Alan Gilbert, Heinz Holliger, Antonio Pappano und Andrés Orozco-Estrada. Veronika arbeitet eng mit den Komponisten Toshio Hosokawa, der ihr sein Violinkonzert Genesis widmete, und Jörg Widmann zusammen, der neue Kadenzen für Beethovens Violinkonzert komponierte, die Veronika mit Sir Simon Rattle und dem London Symphony Orchestra aufgenommen hat.
Als engagierte Kammermusikerin tritt Veronika regelmäßig mit Musikerinnen und Musikern wie Sol Gabetta, Steven Isserlis, Julia Hagen, Beatrice Rana, Nils Mönkemeyer und Dénes Várjon auf und gastiert bei Festivals wie Klosters Music, Menuhin Festival Gstaad, Rheingau Musik Festival, Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, Mozartfest Würzburg, Carinthischer Sommer und Vevey Spring Festival. In der Saison 2024-25 kehrte sie als Artist in Residence in die Wigmore Hall zurück.
Veronika erhielt Unterstützung von renommierten Organisationen, darunter die Reinhold Würth Musikstiftung, die Nippon Music Foundation, der Borletti-Buitoni Trust, die Orpheum Stiftung, die Deutsche Stiftung Musikleben und die Jürgen-Ponto-Stiftung. Von 2011-13 war sie BBC Radio 3 New Generation Artist und von 2010-12 »Junge Wilde« im Konzerthaus Dortmund. Sie gewann den ersten Preis bei der Yfrah Neaman International Competition 2003 in Mainz und wurde mit Publikumspreisen der Festivals Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern ausgezeichnet.
Die in Donauwörth geborene Veronika Eberle war Juniorstudentin am Richard-Strauss-Konservatorium in München bei Olga Voitova und setzte später ihr Studium bei Christoph Poppen und Ana Chumachenco fort. Veronika Eberle spielt die Stradivari »Ries« von 1693, die ihr freundlicherweise von der Reinhold Würth Musikstiftung als Leihgabe zur Verfügung gestellt wird.

Mario Venzago

»Und da ist das Orchester, das unter der zugewandten, ja liebevollen Leitung von Stargast Mario Venzago blitzsauber, hellwach, schmissig und wunderbar opulent aufspielt.« Dirigieren ist für Mario Venzago Lebenserfüllung - er wollte es schon von klein auf. Fantasie und Risikobereitschaft zeichnen seinen ganz eigenen Stil aus und lassen ihn nun bereits seit vielen Jahren rund um die Welt Konzert, Aufnahmen, Opern und seit einigen Jahren auch verstärkt seine eigenen Kompositionen gestalten. Elf Jahre lang, zwischen 2010 und 2021, war Venzago Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des Berner Symphonieorchesters. Zuvor hat er als Chefdirigent bzw. Generalmusikdirektor das Indianapolis Symphony Orchestra, die Göteborg Symfoniker, das Euskadiko Orkestra (Baskisches Nationalorchestra), das Sinfonieorchester Basel, die Grazer Oper und das Grazer Philharmonische Orchester, die Deutsche Kammerphilharmonie Frankfurt (heute Bremen), das Philharmonische Orchester Heidelberg, sowie das Musikkollegium Winterthur geleitet. Von 2010 bis 2014 war er Principal Conductor der Royal Northern Sinfonia, von 2010 bis 2019 Artist in Association bei der finnischen Tapiola Sinfonietta und von 2000 bis 2003 Künstlerischer Leiter des Baltimore Music Summer Fest, als Nachfolger von Pinchas Zukerman und David Zinman. Die Saison 2025/2026 führt ihn u.a. zurück zum Baltimore Symphony Orchestra, dem Berner Symphonieorchester, dem Philharmonischen Orchester Heidelberg, dem Yomiuri Nippon Symphony Orchestra Tokio, nach Singapur und zur NFM Wroclaw Philharmonic. Mario Venzago dirigierte die bedeutendsten Orchester weltweit, u.a. die Berliner Philharmoniker, das Gewandhausorchester Leipzig, die Orchester von Philadelphia und Boston, das London Philharmonic Orchestra, das Orchestre Philharmonique de Radio France, das Orchestra Filarmonica della Scala und das NHK Symphony Orchestra. Er ist regelmäßiger Gast international renommierter Orchester wie Seoul Philharmonic Orchestra, Helsinki Philharmonic Orchestra, St. Petersburger Philharmoniker, Konzerthausorchester Berlin und Frankfurter Museumsorchester. Dabei konzertierte er mit den berühmtesten Solisten der Welt und arbeitet bei Opernproduktionen mit Regisseuren wie Ruth Berghaus, Peter Konwitschny oder Hans Neuenfels. Mehrere seiner Einspielungen wurden mit internationalen Preisen ausgezeichnet, bspw. dem Grand Prix du Disque, dem Diapason d‘Or de l‘Année und dem Prix Edison. Die Einspielungen der Opern Venus und Penthesilea sowie die Aufnahme aller Chorwerke von Othmar Schoeck mit dem MDR Chor und Sinfonieorchester fanden große internationale Anerkennung und erhielten höchste Auszeichnungen; so auch der ihm folgende Film Mein Bruder der Dirigent von Alberto Venzago, der europaweit in den Kinos lief und auf DVD erschienen ist. Bei cpo veröffentlichte Mario Venzago sein Projekt Der andere Bruckner mit der Gesamtaufnahme aller zehn Bruckner-Sinfonien, dessen Einzelveröffentlichungen von der internationalen Kritik hoch gelobt wurden. Bei Sony Classical erschien die aufsehenerregende Einspielung der von Venzago vollendeten Unvollendeten von Franz Schubert mit dem Kammerorchester Basel sowie die Gesamtaufnahme der Serenaden und Sinfonien von Johannes Brahms. Weitere Einspielungen umfassen Othmar Schoecks Oper Schloss Dürande in einer Neufassung mit dem Berner Symphonieorchester und die Kantate Vom Fischer und syner Fru mit dem Musikkollegium Winterthur. Zuletzt erschien 2022 bei Prospero die Einspielung der rekonstruierten 7. Sinfonie Schuberts mit dem Berner Symphonieorchester, eine Suite aus Bernard Herrmanns Wuthering Heights mit dem Singapore Symphony Orchestra bei Chandos Records und ebenfalls mit Singapore Symphony Paganinis 1. Violinkonzert mit der 15-jährigen Chloe Chua bei Pentatone/Naxos. Neben seiner Tätigkeit als Dirigent widmet sich Mario Venzago vermehrt seiner Leidenschaft zu komponieren. 2021 brachte er mit Soyoung Yoon und dem Berner Symphonieorchester sein Violinkonzert zur Uraufführung. 2026 wird sein Klavierkonzert mit Claire Huangci und dem Philharmonischen Orchester Heidelberg uraufgeführt. Auch seine 3 Orchesterstücke werden in der kommenden Saison mehrfach aufgeführt. Verschiedene Werke, u.a. zwei Opern, sind bei Universal Edition verlegerisch in Vorbereitung.

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