Do 14.04.22
19.30 Uhr

Kursaal
Bad Säckingen

 

Franz Schubert
Arpeggione-Sonate a-Moll D 821
(arr. für Violoncello da Spalla und Kammerorchester von Georg Oyen)

Rondo für Violine und Streicher A-Dur D 438

Streichquartett d-Moll D 810 »Der Tod und das Mädchen«
(eingerichtet von Georg Oyen)

 

Sergey Malov Violine, Violoncello da Spalla & Leitung
Württembergisches Kammerorchester Heilbronn

 

Über die Schwierigkeit Schuberts, seinen eigenen Ton als Sinfoniker zu finden, wurde viel geschrieben und disputiert. Bis heute scheiden sich die Geister. Ganz anders sieht es bei seinem Liedschaffen und der Kammermusik aus. Auf beiden Feldern ist Schuberts künstlerische Reputation über jeden Zweifel erhaben. Zu seinem 225. Geburtstag, den wir 2022 feiern, nehmen wir das kammermusikalische Terrain ins Visier. Noch als Kompositionsschüler Antonio Salieris schrieb Schubert das Rondo für Violine und Streicher – eine kompositorische Fingerübung, und doch untrüglicher Vorschein seines Genius‘. Der Beschäftigung mit dem Kunstlied überdrüssig wandte sich Schubert Anfang 1824 verstärkt der Kammermusik zu. Dabei komponierte er eine Sonate für die Arpeggione, ein heute vergessenes, zwischen Gambe und Cello angesiedeltes Instrument. Im gleichen Jahr entstand das Streichquartett Nr. 14, besser bekannt unter dem Beinamen »Der Tod und das Mädchen«. Der Tod, der sich in verführerischer Weise der jungen Frau nähert, dieses Motiv hat Künstler*innen jedweder Gattung immer wieder aufs Neue fasziniert. So auch Schubert. Er hatte die schaurige Szenerie bereits 1817 in einem Lied vertont und griff sie nun in seinem 14. Streichquartett wieder auf. In dem Variationssatz verwandelt Schubert das verzweifelte Flehen des Mädchens über den starren, gleichsam tonlosen Akkorden des Sensenmanns in jede erdenkliche Richtung: zart, spielerisch - und unerbittlich.

 

Sergey Malov

Der aus St. Petersburg stammende Geiger Sergey Malov gilt als ebenso vielseitig wie virtuos: Er spielt gleichermaßen Violine, Viola, Barockvioline und Violoncello da spalla. Sein Repertoire reicht dabei von frühbarocker Musik über Johann Sebastian Bach, den klassischen und romantischen Violinkonzerten bis hin zu Neuer Musik. Auf der Violine gewann Sergey Malov Preise beim Paganini Wettbewerb in Genua, beim Mozart Wettbewerb in Salzburg, beim Heifetz Wettbewerb in Vilnius und beim Michael Hill Wettbewerb in Auckland. Mit der Bratsche wurde er Preisträger beim ARD Wettbewerb in München und im Tokyo Viola Competition. Als Solist trat er mit Orchestern wie BBC London Orchestra, dem London Philharmonic Orchestra, dem BR-Sinfonieorchester, Deutschen Symphonie-Orchester, Enesco Philharmonic Orchestra, Auckland Philharmonia, dem Tokyo Philharmonic oder dem Helsinki Philharmonic Orchestra. In der Saison 2020/21 beging Sergey Malov u.a. Debüts als Solist beim hr-Sinfonieorchester, und als Solist und Leiter beim State Academic Symphony Orchestra of Russia in Moskau. Wiedereinladungen führten ihn u.a. als Conductor in Residence zur Orchestra de Ciudad de Granada. Die Saison 2021/22 beinhaltet weitere glanzvolle Debüts, u.a. im Musikverein Wien, im Boulez Saal Berlin, außerdem begrüßt ihn das Internationale Musikfestival Bogotá für drei Konzerte. Im September 2017 wurde Malov als Professor an die Zürcher Musikhochschule berufen. Sergey Malovs Aufnahmen sind bei DECCA, EASonus, Hänssler Profil, Alba und Pan Classics erschienen. Die Videos mit seinem Violoncello da Spalla wurden über eine Million Mal im Internet angesehen.

 

 

 

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