Ragnhild Hemsing, Violine & Hardangerfiedel - Amsterdam
Die skandinavische Musik ist mystisch und läßt Trolle, Götter und Geisterwesen in Tönen lebendig werden. Hierfür steht wie kein anderes Werk »Peer-Gynt« des Norwegers Edvard Grieg, der häufig Volksmusik in seinen Werken aufgriff. Die norwegische Geigerin Ragnhild Hemsing bringt bei diesem Klassiker ganz neue Seiten zum Vorschein, wenn das norwegische Nationalinstrument, die Hardangerfiedel, zum Einsatz kommt. Für diese und ihre zweite Liebe, die Violine, ließ sie Griegs Werk neu arrangieren und bringt daraus u.a. die Sätze »Morgenstimmung«, »In der Halle des Bergkönigs« und »Ases Tod« mit nach Amsterdam.
Hinzu tritt Tschaikowsky à la Mozart: »Wie freue ich mich, dass Mozart seinen Reiz auf mich nicht im Mindesten eingebüßt hat.« So schrieb der russische Romantiker aus seiner Sommerfrische in Kamenka 1880. Er nutzte die Reise, um sich von seiner eigenen Musik »auszuruhen«, was ihm beim Studium Mozartscher Partituren am leichtesten fiel. Am Ende des Sommers aber hatte er seine Serenade für Streicher vollendet: eine einzige glühende Huldigung an den Genius Mozarts.
Mit diesen beiden einzigartigen Werken im Reisegepäck und einer ebenso wunderbaren Solistin als Begleitung geht's in den nicht ganz so hohen Norden, in den traditionsreichen und klanggewaltigen Concertgebouw nach Amsterdam - ein mystisches Gastspiel, das Sie live im Rundfunk (www.radio4.nl) mitverfolgen können.
Ragnhild Hemsing,
Violine & Hardangerfiedel
Risto Joost Leitung
Württembergisches Kammerorchester Heilbronn
EDVARD GRIEG
»Peer Gynt« op. 23 Suite für Solo-Violine, Hardangerfiedel & Streicher
(arr. von Tormod Tvete)
PJOTR I. TSCHAIKOWSKY
Streicherserenade C-Dur op. 48
GASTSPIEL
SO 27.09.26 | 11 Uhr
Amsterdam, Concertgebouw
Ragnhild Hemsing
Die norwegische Violinistin und Hardangerfiedlerin Ragnhild Hemsing ist eng mit der Musiktradition ihrer Heimat verbunden. Seit frühester Kindheit spielt sie beide Instrumente und hat dazu beigetragen, die Hardangerfiedel weit über die Grenzen Norwegens hinaus bekannt zu machen. Als Solistin spielte sie u.a. mit den Göteborger Symphonikern, dem Residentie Orkest Den Haag, dem Nationalen Symphonieorchester des Polnischen Rundfunks und dem Staatlichen Symphonieorchester Estlands. Sie trat unter anderem im Kennedy Center in Washington, in der Tonhalle Zürich, beim Beethovenfest Bonn, beim Risør Chamber Music Festival, bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, im Musée d’Orsay und im Mariinsky-Konzertsaal in St. Petersburg auf. Auf ihren letzten bei Berlin Classics erschienenen Alben präsentiert sie meist beide Instrumente. Für ihr Album Røta (»Wurzeln«) erhielt sie 2021 den Opus-Klassik-Preis in der Kategorie »Klassik ohne Grenzen«. Ihre Einspielung von Griegs Bühnenmusik zu Peer Gynt mit den Trondheim Soloists in einer Bearbeitung für Violine und Hardangerfiedel wurde auf digitalen Plattformen sehr erfolgreich. Vetra (Winter) erschien 2023 und enthält unbekannte Werke aus ihrer Heimatregion Valdres sowie eigene Kompositionen. Ein Jahr später folgte »The Norwegian Seasons«, eine Bearbeitung von Vivaldis Vier Jahreszeiten für Hardangerfiedel, die sie mit dem norwegischen Barockensemble »Barokkanerne« aufnahm. Im April 2026 erscheint das Album Unbound mit ihrem Vetra-Ensemble.



