Asya Fateyeva, Saxophon
Klassik Open Air
Ein farbenreicher, leichter und frischer Abend erwartet das Publikum unter freiem Himmel auf dem Kiliansplatz und ein Wiedersehen mit Asya Fateyeva, mit der das WKO bereits zwei CDs eingespielt hat.
Der sommerliche Abend wartet mit einer barocken und einer romantischen Hälfte auf. Zur Eröffnung erklingt Vivaldis »L'Olimpiade«-Ouvertüre, eine dreisätzige Sinfonia im italienischen Stil, die die Oper mit lebhaften und kontrastreichen musikalischen Charakteren eröffnet. Cimarosas Konzert gibt dem Melodieinstrument die Gelegenheit zu wunderbarem Belcanto - eine am Operngesang orientierte Artikulation und Phrasierung bringen den intensiven Ausdrucksgehalt der Musik zur Geltung.
Johann Sebastian Bachs »Air« ist der zweite Satz aus seiner dritten Orchester-Suite und aufgrund ihrer ruhigen Melodik und dem eleganten Violinpart auch unabhängig von der Suite zu einem weltberühmten Klassikhit geworden. Auch sein Doppelkonzert, ursprünglich für Oboe und Violine geschrieben, besticht durch eine dialogische Stimmführung, weich und zart im Ausdruck, als ob Liebende sich unterhalten.
Sodann wird es wieder italienisch: Giacomo Puccinis »Crisantemi«, das einzige Streichquartett des sonst vor allem für seine melodienseligen Opern bekannten Italieners, sorgt mit seiner melancholischen Eleganz für einen überraschenden Gegensatz. Abgerundet wird das Programm mit Arrangements aus Tschaikowskys Klavierstücken »Die Jahreszeiten «, im Original für Klavier, und seinem »Souvenir de Florence«, einem virtuosen Streichsextett, dessen Hauptthema Tschaikowsky in der toskanischen Stadt in den Sinn kam.
Asya Fateyeva, Saxophon
Daniel Geiss, Leitung
Württembergisches Kammerorchester
Heilbronn
ANTONIO VIVALDI
Ouvertüre zu »L'Olimpiade« RV 725
DOMENICO CIMAROSA
Konzert für Oboe & Orchester C-Dur/c-Moll*
JOHANN SEBASTIAN BACH
Air
Doppelkonzert für Oboe, Violine & Orchester*
GIACOMO PUCCINI
Crisantemi
PJOTR I. TSCHAIKOWSKY
»Die Jahreszeiten«* (Auszüge)
Souvenir de Florence
(*= Arrangements für Saxophon)
GASTSPIEL
SA 26.06.27 | 18.30 Uhr
Heilbronn, Kiliansplatz
Open Air | Eintritt frei
Asya Fateyeva
Asya Fateyeva gehört zu den herausragenden Vertreterinnen des klassischen Saxophons und stellt das Instrument mit ihrer künstlerischen Vision und Vielseitigkeit in den Mittelpunkt der Musikszene. Geboren auf der Krim, begeistert sie mit innovativen Programmen, die unterschiedlichste Stile und Epochen verbinden – von Barock und Klassik über Romantik bis hin zu zeitgenössischen Kompositionen, Jazz und Weltmusik. Ihr Spiel zeichnet sich durch technische Brillanz, emotionalen Tiefgang und einen unverwechselbaren Klang aus. Bereits früh machte Asya Fateyeva international auf sich aufmerksam: 2014 schrieb sie Geschichte, als sie als erste Frau das Finale des renommierten Internationalen Adolphe-Sax-Wettbewerbs in Belgien erreichte und den dritten Platz belegte. Seitdem gilt sie als Pionierin, die das Saxophon in der klassischen Musikszene fest etabliert hat. Ihre Konzerttätigkeit führte sie auf renommierte Bühnen und Festivals weltweit. Sie musizierte mit Orchestern wie dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, den Wiener Symphonikern, dem SWR-Symphonieorchester, der Dresdner Philharmonie, dem Beethovenorchester Bonn, Ensemble Resonanz, der Kammerakademie Potsdam, den Münchner Symphonikern und dem MDR-Sinfonieorchester. Unter der Leitung namhafter DirigentInnen wie Robin Ticciati, Bar Avni, Nil Venditti, Vladimir Spivakov, Joseph Bastian, Dirk Kaftan und Michael Sanderling trat sie unter anderem im Wiener Musikverein, bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern und beim Lucerne Festival auf. Zu den Höhepunkten der Saison 2025/2026 zählen ihre Rückkehr zum Deutschen Symphonie-Orchester Berlin sowie Debüts mit dem Radio-Symphonieorchester Wien im Brucknerhaus Linz, mit dem Orchestre National des Pays de la Loire und dem Staatsorchester Darmstadt. Darüber hinaus setzt sie ihre erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Lautten Compagney Berlin fort; mit diesem Ensemble veröffentlichte sie bereits ihre zweite CD Dancing Queen, auf der Werke von ABBA und Rameau interpretiert werden – ausgezeichnet 2025 mit dem Opus Klassik. Ihre neue CD Nutcracker Unwrapped, eine Bearbeitung von Tschaikowskys Nussknacker durch Wolf Kerschek, erscheint im Herbst 2025. Außerdem führt sie ihr Weg erneut zum Schleswig-Holstein Musik Festival, wo sie im Sommer 2024 als Residenzkünstlerin zu erleben war. Neben ihrer Tätigkeit als Solistin widmet sich Asya Fateyeva mit Leidenschaft der Kammermusik. Dabei entwickelt sie originelle Projekte, wie etwa Arrangements von Bachs Goldberg-Variationen für Violoncello, Akkordeon und Saxophon, Programme mit Musik der 1920er-Jahre oder genreübergreifende Experimente mit Jazz und Weltmusik. Ihre kreative Vielseitigkeit und Offenheit machen sie zu einer multikulturellen Künstlerin, die unterschiedliche Einflüsse in ihrer Musik vereint. Ihre musikalische Ausbildung begann sie als Jungstudentin an der Hochschule für Musik und Tanz Köln bei Professor Daniel Gauthier. Entscheidende Impulse erhielt sie durch Studienaufenthalte in Frankreich bei Claude Delangle (Paris) und Jean-Denis Michat (Lyon). Zudem absolvierte sie einen Aufbaustudiengang Kammermusik an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Heute gibt sie ihr Wissen als Professorin für klassisches Saxophon an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg sowie an der Musikhochschule Lübeck weiter.


