Di 08.06.21

Herkulessaal München

 

David Diamond
Rounds for String Orchestra

Wolfgang Amadeus Mozart
Konzert für Horn und Orchester Nr. 2 Es-Dur KV 417
Konzert für Horn und Orchester Nr. 4 Es-Dur KV 495

György Ligeti
Ramification

Wolfgang Amadeus Mozart
Sinfonie Nr. 21 A-Dur KV 134

 

Stefan Dohr Horn
Case Scaglione Leitung

 

Klassisch oder modern? Stehen sich diese beiden Pole gegenüber, so wird deutlich, dass eine Entscheidung gar nicht von Nöten ist: Klassik und Moderne nebeneinander ergeben einen fruchtbaren und überaus spannenden Konzertabend. Der Stil des modernen Komponisten David Diamonds ist tonal, überwiegend leicht verständlich und einer romantisch-klassizistischen Tradition verpflichtet. Rounds for String Orchestra zählt zu seinen bekanntesten Werken. Mozart hingegen ist einer DER Klassiker. Er hat das Ausdrucksspektrum des Horns stark erweitert. Durch die sogenannte Stopftechnik, bei der der Spieler mit der Hand in den Horntrichter greift, können die Tonhöhen gegenüber der herkömmlichen Spielweise verändert werden. Ein Repräsentant der Neuen Musik, der Moderne, ist György Ligeti. Er gilt als einer der bedeutendsten Komponist* innen des 20. Jahrhunderts. In „Ramifications“ (dt. Verästelung) entwickelt er seine Arbeit mit komplexen musikalischen Netzgebilden weiter. Lange bevor er zum Klassiker erhoben wurde, komponierte der erst 16jährige Wolfgang im August 1772 in Salzburg die viersätzige Sinfonie Nr. 21. Alfred Einstein nennt sie „kokett“ und attestiert ihr sogar einen neuen „Typ der Kantabilität“.

Stefan Dohr

Ursprünglich lernte Stefan Dohr Viola. Doch eines Tages bekam er ein Jagdhorn geschenkt, außerdem beeindruckte ihn ein Konzert des berühmten Hornisten Hermann Baumann - und er stellte fest: »Das Horn klingt besser als meine Bratsche!« Nach dem Studium in Essen und Köln wurde er Solohornist im Frankfurter Opernhaus und Museumsorchester, es folgten Engagements beim Bayreuther Festspielorchester, im Orchestre Philharmonique de Nice und beim Deutschen Symphonie-Orchester Berlin sowie 1993 schließlich die Anstellung bei den Berliner Philharmonikern. Als Solist arbeitete er mit Dirigenten wie Sir Simon Rattle, Claudio Abbado, Daniel Barenboim, Bernhard Haitink, Christian Thielemann, Daniel Harding, Gustavo Gimeno, Dima Slobodeniouk, Paavo und Neeme Järvi, John Storgårds sowie Marc Albrecht zusammen. Außerdem gastierte er bei Orchestern wie dem Los Angeles Philharmonic Orchestra, dem Schwedischen Radiosymphonie-Orchester, den Philharmonischen Orchestern in Oslo, Shanghai und Osaka sowie dem NHK Symphony Orchestra. Neben dem klassischen und romantischen Hornrepertoire gilt sein Interesse auch der Neuen Musik. Viele zeitgenössische Komponisten haben ihm Werke gewidmet: Im März 2008 spielte er die Uraufführung des für ihn geschriebenen Hornkonzerts von Herbert Willi im Wiener Musikverein., es folgten Uraufführungen von Jorge E. López (2009), Johannes Wallmann (2010), Toshio Hosokawa (2011), dessen Hornkonzert Moment of Blossoming er zusammen mit den Berliner Philharmoniker unter der Leitung von Simon Rattle interpretierte, und Wolfgang Rihm (2014). Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Kammermusik, die er nicht nur mit seinen philharmonischen Kollegen in diversen Ensembles wie dem Ensemble Wien-Berlin, den Hornisten der Berliner Philharmoniker und dem Philharmonischen Oktett pflegt, sondern auch zusammen mit Künstlern wie Ian Bostridge, Mark Padmore, Maurizio Pollini, Lars Vogt, Kirill Gerstein, Kolja Blacher und Guy Braunstein. Stefan Dohr, der seine Freizeit am liebsten im Kreis der Familie verbringt, unterrichtet als Gastprofessor an der Musikhochschule »Hanns Eisler« Berlin und Sibelius Akademie Helsinki sowie an der Karajan-Akademie. Seit 2015 ist er Visiting Professor des Royal College of Music, London.

 

 

 

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