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BRAM VAN SAMBEEK & DAVID DANZMAYR // Ludwigsburg

Musik erzählt Geschichten. Ganz gleich, ob sie dabei einer konkreten Handlung folgt oder aus sich selbst heraus entsteht. Sie lebt von Kontrasten, lässt hell und dunkel auditiv wahrnehmen, kreiert Drama und Komödie. Vier Komponisten zeigen, wie unterschiedlich das klingen kann.
Den Anfang macht ein unbekannter Name, den es zu entdecken gilt: Joseph Martin Kraus, der "Odenwälder Mozart", einer der innovativsten Komponisten des 18. Jahrhunderts. Im selben Jahr wie das große Original im unterfränkischen Miltenberg geboren macht er in seiner Schauspielmusik zur düsteren Tragödie "Olimpie" den antiken Stoff um Liebe und Verrat eindrücklich greifbar. Als leichtfüßiges Pendant steht ihm der echte Wolfgang Amadeus Mozart mit seinem ersten Bläserkonzert gegenüber. Als Soloinstrument hat er das Fagott ausgewählt, dessen volltönende Wärme und Humorpotential kongenial ausgeschöpft werden.
Der tschechische Komponist Vilém Tauský hat mit "Coventry" ein musikalisches Mahnmal dunkler Zeiten geschaffen. Seine "Meditation for String Orchestra" gedenkt der Zerstörung der englischen Stadt durch den verheerenden deutschen Bombenangriff 1941. Es ist ein inniges, zutiefst berührendes Werk, das von Trauer und Hoffnung erzählt.
In welch sonnige und heitere Sphären die dritte Sinfonie des gerade einmal 18-jährigen Franz Schubert drängt, lässt der jugendliche Komponist anfangs im Verborgenen. Mit dem Kunstgriff der majestätisch getragenen Einleitung, die den Charakter der Sinfonie verschleiert, spielt er mit den Hörerwartungen des Publikums und legt falsche Fährten. Wenn sich der Wolkenvorhang hebt, entpuppt sie sich als tönende Frohnatur voller Licht und rhythmischem Schwung.

Bram van Sambeek
Er ist der erste Fagottist, dem jemals der größte niederländische Kulturpreis, der Nederlandse Muziekprijs, verliehen wurde. Bis 2011 war er Solofagottist des Rotterdam Philharmonic Orchestra. Seitdem widmet er sich einer erfolgreichen Solokarriere und vermittelt sein Können als Dozent an den Musikhochschulen von Rotterdam, Amsterdam und Den Haag. Er spielt ein Instrument, das zuvor jeweils im Besitz von zwei der berühmtesten Fagottisten der Welt war: Klaus Thunemann und Sergio Azzolini.

David Danzmayr
Seine musikalische Ausbildung erhielt der Österreicher David Danzmayr an der Universität Mozarteum Salzburg bei Dennis Russell Davies und an der Sibelius-Akademie in Helsinki. Als Stipendiat des Gustav Mahler Jugendorchesters wurde er stark von Pierre Boulez und Claudio Abbado geprägt. Er ist ein international gefragter Dirigent: In den USA ist er musikalischer Direktor des ProMusica Kammerorchesters Columbus sowie künstlerischer Berater des Breckenridge Music Festivals. In Großbritannien hat er intensiv mit dem Royal Scottish National Orchestra zusammengearbeitet. Seit der Saison 2016/2017 ist er außerdem Chefdirigent des Philharmonischen Orchesters Zagreb.

Sonntag, 22. Oktober // 19:00 uhr

Forum am Schlosspark

Joseph Martin Kraus
Ouvertüre d-Moll zu Olympia

Wolfgang Amadeus Mozart
Konzert für Fagott und Orchester B-Dur KV 191

Vilem Tausky
"Coventry" Meditation for String Orchestra

Franz Schubert
Sinfonie Nr. 3 D-Dur D 200

David Danzmayr // Dirigent

Bram van Sambeek // Fagott

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