<< >>
   

6. Heilbronner Konzert // TASTEN-DIRIGENT

"Die Klavierkonzerte Mozarts und Beethovens sollten als erweiterte Kammermusik aufgeführt werden. Der Pianist befindet sich hier in einem ständigen Dialog mit dem Orchester", sagt Alexander Lonquich und zelebriert das Prinzip "play and lead" (Leitung vom Solistenpult) in Mozarts Klavierkonzert Nr. 17 KV 453. Dass dieser künstlerische Austausch auf Augenhöhe nicht nur mit Wiener Klassik funktioniert, zeigen Lonquich und das WKO auch in Benjamin Brittens Paradiesvogel der Konzertliteratur "Young Apollo" von 1939: Soloklavier, ein aus dem Orchester heraustretendes Streichquartett und Tuttistreicher feuern hier eine Fanfare ab, die klanggewaltig in Kaskaden dahinrauscht. Britten hat den jungen Apoll vor Augen: "Da steht er vor uns - der leuchtende neue Sonnengott, bebend vor strahlender Lebenskraft".
Für Joseph Haydns Sinfonie Nr. 80 tauscht Alexander Lonquich die Klavierbank gänzlich gegen das Dirigentenpodium aus. Sie steht einigermaßen isoliert im sinfonischen Schaffen Haydns, gehört zu keiner Werkgruppe oder trägt einen charakteristischen Beinamen. Ihre Qualität aber erkannte schon Mozart und programmierte sie neben eigenen Werken in einem Konzert 1785 in Wien.
Wenn ein Pianist am Pult steht, darf Claude Debussy nicht fehlen. Auch wenn das Soloinstrument im "Danse sacrée et danse profane" die verzaubernde farbenreiche Harfe ist. Sie ist das ideale Ausdrucksinstrument für die harmonische Abenteuerlust, die ihn zum Revolutionär seiner Zeit machte. Gemeinsam mit Alexander Lonquich und Anaïs Gaudemard ehrt das WKO den französischen Komponisten damit in seinem 100. Todesjahr.

Alexander Lonquich
Unter Musikern gilt Alexander Lonquich als Partner, der mit enormer Sensibilität zur Sache geht und stets die große Linie im Auge behält. "Er verbreitet mit seiner Ausstrahlung und Fröhlichkeit Lust aufs Musizieren und animiert zu höchster Konzentration" (Die Welt). In den vergangenen Spielzeiten wurde er zum "Artist in Residence" des NDR Elbphilharmonie Orchesters und des Internationalen Musikfestivals "Prager Frühling" berufen. Alexander Lonquich gehört als Solist, Kammermusiker und Dirigent zu den bedeutendsten Interpreten seiner Generation. Er spielt regelmäßig in Japan, den USA, Australien sowie an den wichtigsten europäischen Musikzentren.

Anaïs Gaudemard
Die 1991 geborene Harfenistin Anaïs Gaudemard wurde 2016 mit dem 2. Preis des ARD-Musikwettbewerbs ausgezeichnet und hat sich seitdem in der Musikwelt als eine der vielversprechendsten Solistinnen an ihrem Instrument durchgesetzt. Anaïs Gaudemard studierte in Lyon und Lausanne. Ihre erste CD mit französischer Harfenliteratur wurde für den International Classical Music Award 2017 nominiert. Seit 2014 ist sie Laureatin der Firmenstiftung Banque Populaire. Das Stipendium ermöglicht ihr, das Harfenrepertoire zu pflegen und durch Kompositionsaufträge stetig zu erweitern.


Mittwoch, 21. Februar // 19:30 uhr

Harmonie // Theodor-Heuss-Saal,Konzert- und Kongresszentrum

Benjamin Britten
Young Apollo op.16 für Klavier, Streichquartett and Orchester

Wolfgang Amadeus Mozart
Konzert für Klavier und Orchester G-Dur KV 453

Claude Debussy
"Danse sacrée et dance profane" für Harfe und Streichorchester

Joseph Haydn
Sinfonie Nr. 80 D-moll Hob. I:80

Anais Gaudemard // Harfe
Alexander Lonquich // Klavier & Leitung

Ticket | zurück