Juliane Banse
Sopran
"Juliane Banse, by contrast, making her debut with the orchestra, was every bit as wonderful as her recordings lead one to believe, with a rich soprano that went as low as Larmore's and sailed up to a radiant top." (Washington Post, April 2008)
Nach ihrem Operndebüt als Zwanzigjährige in der Rolle der Pamina in derZauberflöten-Inszenierung von Harry Kupfer an der Komischen Oper Berlin und weiteren Engagements u. a. in Brüssel, Salzburg, Wien und Glyndebourne folgten in den letzten Jahren zahlreiche Projekte, mit denen Juliane Banse ihre künstlerische Vielseitigkeit unter Beweis stellte. So hat sie mit Sir Simon Rattle und den Berliner Philharmonikern Beethovens Fidelio eingespielt (EMI). Unvergessen auch ihr gefeierter Auftritt als Schneewittchen bei der Uraufführung der gleichnamigen Oper von Heinz Holliger in Zürich. An der Bayerischen Staatsoper, wo sie als Gast regelmäßig zu erleben ist, brillierte sie zuletzt als Ilia (Idomeneo) im wiedereröffneten Cuvilliés Theater unter der Leitung von Kent Nagano. Zu den großen Partien, um die Juliane Banse ihr Opernrepertoire in den letzten Spielzeiten erweiterte, gehören die Figaro-Gräfin (Debüt bei den Salzburger Festspielen), Eva (Die Meistersinger), Fiordiligi (Così fan tutte), Genoveva in Schumanns gleichnamiger Oper sowie Tatjana (Eugen Onegin) und Agathe im Freischütz. Mit letztgenannter Partie konzertiert die Sopranistin zu Saisonbeginn bei den Festspielen in Luzern unter der Leitung von Thomas Hengelbrock und wirkt an der DVD-Produktion „Hunter’s Bride - based on Der Freischütz“ des London Symphony Orchestra unter Daniel Harding mit. Ihren insgesamt vier Rollendebüts in dieser Saison sieht Juliane Banse mit Freude entgegen: Die Donna Elvira (Don Giovanni) singt sie als halbszenische Aufführung in Budapest mit Ivan Fischer; dem folgen als Bühnenproduktionen die Titelpartie in Strauss’ Arabella in Innsbruck, Grete in Schrekers Der ferne Klang am Opernhaus Zürich und schließlich Die Tochter in Hindemiths Cardillac in Wien.
Ursprünglich hatte die in Süddeutschland geborene und in Zürich aufgewachsene Sopranistin mit fünf Jahren mit dem Geigenspiel begonnen. Später absolvierte sie eine Ballettausbildung am Opernhaus Zürich. Zum Gesang kam sie mit fünfzehn Jahren und nahm zunächst Unterricht bei Paul Steiner, später bei Ruth Rohner am Opernhaus Zürich. Nach dem Abitur vervollständigte sie ihre Studien bei Brigitte Fassbaender sowie bei Daphne Evangelatos in München.
Nicht nur als Opernsängerin feiert Juliane Banse Erfolge: so debütierte sie bereits 1994 unter der Leitung von Claudio Abbado bei den Wiener Philharmonikern und hat in dieser Besetzung Bergs Altenberg-Lieder auf CD aufgenommen. Für die Deutsche Grammophon folgte eine Einspielung der 4. Sinfonie von Mahler mit dem Cleveland Orchester unter Pierre Boulez. Mit zahlreichen weiteren namhaften Dirigenten hat sie zusammen gearbeitet, darunter André Previn, Lorin Maazel, Riccardo Chailly, Bernard Haitink, Mariss Jansons, Franz Welser-Möst, Nikolaus Harnoncourt, Helmuth Rilling oder Carlo Maria Giulini.
Zu den internationalen Engagements der jüngeren Vergangenheit gehören konzertante Aufführungen von Humperdincks Königskinder mit Ingo Metzmacher in Berlin, Mahlers Vierte Sinfonie in Boston und erstmals Mahlers Achte Sinfonie (2. Sopran) beim Tonhalle-Orchester Zürich, Mendelssohns Elias beim San Francisco Symphony Orchestra sowie Konzerte mit dem Gewandhausorchester Leipzig (Mendelssohn Paulus) und eine Tournee mit Strauss’ Vier letzte Lieder unter Leitung von Manfred Honeck mit der Tschechischen Philharmonie.
In der aktuellen Spielzeit ist Juliane Banse u. a. eingeladen zum Musikfest nach Stuttgart für Brittens Les Illuminations, nach Straßburg für Rihms Deus Passus, zum Concentus musicus mit Nikolaus Harnoncourt nach Wien (Haydn L’infedelta delusa), zum Singapore Symphony Orchestra (Beethoven 9. Sinfonie) und zu den Bamberger Symphonikern unter Ehrendirigent Herbert Blomstedt (Mendelssohn Paulus). In der Tonhalle Zürich schließlich singt sie Kurtágs Messages of the late Miss RV Troussova mit dem Collegium Novum und Heinz Holliger.
Als Lied- und Kammermusiksängerin ist Juliane Banse diese Saison bei den wichtigen europäischen Liedzentren verstärkt präsent: Zusammen mit András Schiff gibt sie Recitals in der Wigmore Hall London, beim Klavierfestival Ruhr und den Musikfestspielen Dresden, mit Aleksandar Madzar bei den Schubertiaden in Vilabertrán und Schwarzenberg, wo sie ebenfalls mit Sabine Meyer und dem Trio di Clarone einen Kammermusikabend singen wird, sowie mit dem Pianisten Martin Helmchen in Turin, Florenz und Antwerpen.
Unter den zahlreichen CD-Einspielungen der Künstlerin sei die Mozart-Debussy-Aufnahme (ecm) gemeinsam mit András Schiff sowie die mehrfach preisgekrönte Aufnahme ausgewählter Vokalwerke von Charles Koechlin mit dem Radio- Sinfonieorchester Stuttgart des SWR unter Leitung von Heinz Holliger (hänssler) erwähnt. Zum 80. Geburtstag György Kurtágs hat ecm-Records die in Zusammenarbeit mit dem Komponisten entstandene Neueinspielung der Kafka- Fragmente für Sopranstimme und Violine (András Keller) herausgebracht, welche ebenfalls mehrfach international ausgezeichnet worden ist (mit dem japanischen Modern Music Prize, dem Midem Classical Award 2007 und dem Edizon Prize als beste Aufnahme zeitgenössischer Musik). Ebenfalls bei ecm ist eine Aufnahme von Frank Martins phantastischem Maria Triptychon erschienen.
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